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Ein 25er, eine Überraschung und ein “neuer, alter” Bekannter

(Viel Spass beim lesen, ich hab mein mein Wochenende etwas genauer zusammengefasst)

Groß war die Freude als es sich kurzfristig die Gelegenheit ergab von Freitag bis Sonntag Fischen zu gehen. Als ich mir den Wetterbericht anschaute, war die Freude noch größer. Kräftiger und anhaltender Westwind und ansteigende Temperaturen sagte das Wetterorakel voraus. Zur Auswahl stand ein Gewässer das seit Wochen unter Futter steht und mein Hausgewässer. Da der Wind aber so stark war entschied ich mich für mein vertrautes Hausgewässer. Dort konnte ich ja vor 2 Wochen 2 tolle Fische fangen. Hoffnungsvoll packte ich Freitag nach der Arbeit mein Auto und kochte noch Weizen, Mais und Hanf ab. 20Uhr war ich am Zielort und baute zügig Zelt und Pod auf. Um 21.45Uhr waren alle Montagen im Wasser. Ich wollte einiges probieren und Testete verschiedene Köder und Haken und legte mir für jede Rute eine andere Futterstrategie für die 2Nächte fest. Müde zog ich mich auch schnell in den Schlafsack zurück und wartete gespannt auf die erste Aktion. Doch bis zum Sonnenaufgang passierte nichts. Es war nun schon 4 Uhr und noch ließ sich kein Carp blicken. Ich schlief wieder ein. Um 5Uhr wurde ich aber von meiner Funke geweckt. Ich war blitzartig am Pod, blickte aber auf stumme Bissanzeiger. Es war die Jokerrute 40m entfernt. Ich sprintete zur Rute und sie lief immer noch ab. Anschlag sitzt. Nun ging alles ganz schnell. Wathose an und rein ins Boot. Nach 10min konnte ich den Fisch sicher landen. Ein Blick in den Kescher zeigte mir einen weiteren schönen Fisch aus diesem kleinen Gewässer. Es sollte bis dahin sogar mein zweitgrößter sein. 25 Pfund zeigte die Waage an. Was besonders auffiel war seine mächtige Schwanzflosse. So lass ich mich gerne wecken. Ich brachte die Rute mit der selben Taktik wieder auf den Spot zurück.



Doch es sollte erstmal nichts mehr passieren. Am Vormittag kam dann mein Vater zu Besuch und wir machten gleich ein paar Fotos vom Fisch und ließen ihn anschließend wieder zurück ins nasse Element.
Am Nachmittag überkam uns dann der Hunger und wir heizten den Grill an. Leckere Hühnchenkeulen standen auf dem Speiseplan. Als wir uns die garen Keulen schmeckten lassen wollten, unterbrach unser Essen ein Vollrun auf der rechten Rute. Und um 15.30Uhr war das völlig unerwartet für mich. Denn um diese Zeit konnte ich an dem Gewässer noch nie einen Karpfen an den Haken bekommen. Ich gab die Rute meinem Vater und zog mir schnell die Wathose an und stieg ins Boot. Nun sollte ein Drill beginnen der mir viele Nerven kosten sollte und mir lange in Erinnerung bleiben wird. Das Problem war, dass ich sehr Risikoreich mit dieser Rute fischte, denn sie lag über sehr viele Seerosenfelder und direkt vor einem großen Krautfeld. Und als wenn der Karpfen meine Befürchtungen erahnte, zog er durch all diese Seerosenfelder mitten hinein in das Krautfeld. Ich ließ sofort den Druck nach um ein Ausschlitzen zu verhindern. Doch das sollten nicht all meine Probleme sein. Der starke Wind drückte mein Boot direkt ans andere Ufer. Mit 2 Paddeln und eine Rute in der Hand und zwischen den Beinen war es sehr schwer sich dem Fisch zu nähern. Nach gut 20min und viel Handarbeit in den Seerosenfeldern war ich auf 5m ran. Es war aber unmöglich sich bei dem Wind dichter an den Fisch zu kommen. Kurzerhand baute ich die Rute auseinander und nahm die Schnur und ein Paddel in die Hand und arbeitete mich mühevoll zum Fisch vor. Er hatte sich um ein Seerosenfeld gewickelt und sehr viel Kraut hing auf der Schnur. Mir war klar, wenn er jetzt zweimal seinen Kopf schüttelt ist er weg. Doch er war wohl zu erschöpft oder hatte Mitleid mit mir, keine Ahnung. Jedenfalls verhielt er sich relativ ruhig. Vorsichtig und behutsam entfernte ich das Kraut von der Schnur und kappte die Seerosen. Dann sah ich ihn vor mir. Nun hieß es Keschern im Krautfeld und das bei starkem Wind. Das Boot drehte sch hin und her. Es war unglaublich schwer den Kescher unter den Karpfen zu führen. Ein paar mal schoss er noch nach unten. Dann hatte er ein einsehen mit mir und schwamm von selbst in den Kescher. Ich riss die Arme doch und freute mich wie ein Schneekönig. Was für ein Drill, und mein Vater hatte alles auf Video festgehalten. Und dann tauchte auch noch Andy auf, der gerade noch die Landung mitbekam. Es sollte wieder ein Fisch sein der die 20Pfund Marke überschreiten sollte. 24 Pfund genau. Und dann die Überraschung: Als Andy und ich den Fisch fotografierten, fiel ihm auf das es ein Bauchzeilenkarpfen war. Ich frage mich echt was der See noch für Überraschungen in sich verbirgt. 



Nachdem wir den Fisch zurücksetzten, unterhielten wir drei uns noch eine Weile und um 17Uhr fuhren sie beide wieder nach Hause und ich war wieder alleine. Ich machte mich bei, die Ruten neu zu beködern und raus zufahren. Als ich dabei war zurückzurudern, hörte ich plötzlich ein “Piiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeep”,
Oh nein, zum zweiten Mal lief die Jokerrute und saß noch im Boot. Schnell ruderte ich an land und schnappte mir die Rute. Der Fisch hatte schon einige Meter gewonnen und viele Seerosenfelder durchquert. Also wieder hinein ins Boot und ab Richtung Fisch. Alles hing fest und ich spürte weder den Fisch noch sah ich irgendwelche Bewegungen an der Wasseroberfläche. Ich arbeitete mich immer weiter vor bis ich an einen dicken Ast unter Wasser angelangte. Dort sah ich schon die Maiskette hängen. Der Fisch war weg. Schade. Aber so ist das. Diesmal hat die Natur gewonnen und ich ärgerte mich auch nicht groß.
Um 20Uhr waren dann alle Montagen auf ihren Spots mit den gleichen Strategien vom Vortag. Mittlerweile hatte sich der Wind gelegt und das Wasser war Spiegelglatt. Ein Feuerchen und Sangria sollten den Abend für mich angenehmer gestallten. Ich band mir neue Riggs und grübelte über neue Möglichkeiten wie ich erfolgreicher fischen könnte. Die Zeit verging und es war bereits Mitternacht. Es blieb alles ruhig und ich legte mich schlafen. Doch ich kam irgendwie nicht in den Schlaf, ich war unruhig und hatte ein komisches Gefühl. Ich drehte und wälzte mich. Um 3 Uhr war ich dann so müde das ich endlich einschlief. Doch nun hatten die Karpfen etwas dagegen das ich zur Ruhe komme. Denn die nächsten 2 h waren Stress, Aufregung und Adrenalin pur. Um 03.28Uhr ging es los. Vollrun wieder auf der rechten Rute auf der ich den 24Pfünder landen konnte. Also fix raus aus dem Zelt und ran an die Rute. Ich spürte starken Gegendruck und versuchte den Fisch zu bremsen. Das gelang mir zunächst, doch dann war der Druck doch zu groß und der Karpfen gewann viele Meter. Da war wieder ein sehr guter Fisch am anderen Ende. Ich zog die Watthose an , stieg ins Boot und ruderte den Fisch entgegen. Mal wieder standen viele Seerosen und Kraut zwischen mir und dem Fisch. Ich arbeitete mich wieder vor, doch der Fisch strotze nur so vor Power und zog immer weiter. Irgendwann war dann der Druck auf einmal weg und der Fisch ab. Diesmal ärgerte ich mich sehr, zum einen das ich ihn nicht landen konnte und zum anderen das ich ihn nicht mal gesehen habe. Schnell brachte ich die Montage wieder neu raus. Erschöpft und wütend verschwand ich im Zelt. Als ich gerade dabei war den Reißverschluss des Schlafsackes zu verschließen “ Piep,Piep,…Piiiiiiiiiiiieeep”. Der nächste Vollrun und diesmal war es zur Abwechslung wieder die Jokerrute, hieß also wieder 40m sprinten. Als ich ankam war alles ruhig, ich entschied aber sofort anzuschlagen. Nach ein paar Kurbeldrehungen spürte ich Fischkontakt. Doch es hing alles fest, der Fisch stand sicher wieder im Kraut oder Seerosen fest. Ich legte die Rute ab und rannte zurück um Watthose Boot+Kescher zu holen. Beim paddeln merkte ich erstmal wie viele Meter ich schon die letzen 2Tage auf dem Wasser zurückgelegt hatte, so taten mir die Arme weh. Ich lud die Rute ins Boot und ruderte wieder Richtung Fisch mit der Rute zwischen meinen Beinen. Dann begann wieder der Kampf mit dem Kraut und den Seerosen. Diesmal sollte ich der Gewinner bleiben. Der Fisch landete im Kescher und danach im Boot. Mit einem leisen, aber kräftigen “YES”, entlud sich mein Ärger über den kurz zuvor verlorenen Fisch und als ich dann sah was sich im Kescher befand, lies mich noch mehr strahlen. “Stummelschwanz” so taufte ich ihn noch im Boot, denn es war der 24Pfünder den ich bereits vor 2 Wochen landen konnte. 



Ich ruderte zurück ans Ufer. Sackte den Fisch ein, brachte die Montage wieder an ihren Zielort und um 04.45Uhr lag ich endlich wieder im Schlafsack. Aber nur ganze 15min. Denn dann folgte der nächste Vollrun. Zu meiner Überraschung nicht auf einen von den beiden anderen Ruten war. Ich setze einen Anhieb und spürte den Fisch um Ende der Schnur. Doch leider nur für kurze Zeit, dann stieg er aus. Neeeeeeeein. Das hätte nicht sein müssen dachte ich mir. Das wär wieder ein Fisch auf meinem Lieblingsköder gewesen. Ich brachte die Montage gleich wieder zurück und legte mich wieder aufs Ohr. Bis um 9uhr passierte nichts mehr und ich fing langsam an meine Sachen einzupacken. Um die Mittagszeit versuchte ich noch einen Karpfen an der Oberfläche zu überlisten. Jedoch schwammen sie immer nur unter dem Köder durch. Ich genoss noch etwas die Sonne und machte mich am Nachmittag auf den Heimweg.

Fazit: Eine aufregende, anstrengende und erkenntnisreiche Session mit 3 tollen Fischen für mein Hausgewässer. Erst 3 mal konnte ich die ganzen Jahre dort einen Fisch über 20Pfund fangen. Nun waren es innerhalb 2Wochen gleich 5. Und mit etwas Glück hätte s ja einer mehr sein können. 5Bisse bekam ich auf die gleiche Futterstrategie und mein Rig des Vertrauens habe ich jetzt auch gefunden.
So kann es weitergehen.

Liebe Grüße
Stefan :10:

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  Die Karpfenkracher Stendal HP ist seit dem 11.12.2006 online  
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